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Nutshell Tours presents:

Dänemark? Dänemark!

Christoph: „Ich kann 4 Wochen Urlaub haben. Wollen wir eine lange Reise machen?“

Ich: „Okay, wenn es mein Job erlaubt, dann machen wir das!“

Christoph: „Ich will nach Dänemark.“

Ich: „Oh ja – nach Kopenhagen mit dem eigenen Boot segeln!“

Gut, der Plan stand irgendwie. Da ich die Wochen vor dem Urlaub viel zu tun hatte, konnte ich mich nicht weiter mit Planung befassen. Ich musste in der ersten geplanten Woche noch zwei Jobs einschieben, daher starteten wir auch erst etwas später als gedacht. Christoph war schon vorgefahren um das Boot soweit vorzubereiten und alles einzuräumen. Donnerstag fuhr ich dann mit noch mehr Gepäck und voller unbekannter Erwartungen nach Travemünde. Das war meine erste lange Reise per Boot, mit dem eigenen Boot. Bis dahin war die längste Tour eine Woche mit einer 46ft Yacht um Mallorca, Komfortzone pur. Ansonsten waren es immer nur lange Wochenende – diese aber mit vielen Meilen und großer Crew. Und auch letztes Jahr konnten wir keinen langen durchgängigen Urlaub zusammen machen. Damals konnte Christoph in seinem Urlaub seine ersten Einhand-Erfahrungen mit Sleipnir machen. Mehr dazu hier: Einhandsegeln

Zurück zu mir: ich war also eher unerfahren und daher hatte ich auch viel Respekt vor der Tour. Sleipnir ist ein gutes Boot – trotzdem nur 27 Fuß groß. Genug Raum für 2 Personen, auf jeden Fall. Dennoch verhalten sich 27 Fuß bei Wind und Welle anders als 46 Fuß. 

Außerdem haben wir nur eine absolute Basic- Ausstattung: Plotter, Handfunke und Seafarer Tiefenmesser. Wer den nicht kennt, so sieht das aus:

Kein Radar, kein AIS.

Der holprige Start

Tag 1-4

Es geht los: wir wollen über Kühlungsborn nach Dänemark, Nystedt soll es werden. Leider wurde es erst mal nur Grömitz: Wind und Welle wollten es so. Und mein Kopf und Magen war damit auch vollkommen einverstanden. Für den nächsten Tag hatten wir dann eigentlich Kühlungsborn geplant, doch wieder schlug mein Kopf und mein Magen eine kürzere Route vor und wir strandeten in Boltenhagen. Weiße Wiek in Boltenhagen ist nicht unser Lieblingshafen. Nicht daß er ungepflegt oder ungastlich wäre, im Gegenteil: eine sehr gepflegte und auch mit allem ausgestattete Marina, tolle Sanitäre Anlagen und ein nettes Bistro. Wir mögen aber gewachsene Strukturen und Ortsnähe sehr gerne. Das ist in Boltenhagen nicht gegeben.

Ab nach Kühlungsborn und auf den Sprung nach Dänemark vorbereiten. Ich gestehe ja, ich habe da sehr viel Respekt vor, ist es doch etwas anderes als an der Küste entlang zu juckeln. Früh aufgestanden und… Nebel. Alles dicht, man sieht keine 2 Seemeilen mehr. Gut, zweites Frühstück mit Windfinder, Wetter noch mal checken. Es ändert nichts. Wir setzen uns einen Zeitpunkt, wann wir spätestens los müßten. Warten…aus dem Fenster schauen… Irgendwann legt neben uns eine größere Yacht an. Natürlich haben wir sie gleich befragt, sie kamen aus Boltenhagen. Die Aussage war recht klar (für mich zumindest): man sieht nicht viel und ohne entsprechende Ausstattung nicht zu empfehlen. Gut, dann ein wenig Arbeiten am Blog und Christoph konnte endlich den Artikel über den Elbe-Lübeck Kanal fertig machen. „Sofa und Video“ quasi…

Der Sprung nach Dänemark

Tag 4-5

Das Wetter hat mich schon ziemlich fertig gemacht: erst ist es zu viel Wind und darauf hin viel Welle. Dann der Nebel. Das senkt meine Bedenken nicht unbedingt und ich bin ziemlich angespannt. Am Montag ist es dann soweit, wir fahren los. Nystedt oder Gedser ist das Ziel. Zwar ist es noch etwas neblig, aber die Sicht ist gut genug. Ich hatte keinen Kaffee um meinen Magen vor Unwohlsein zu schützen. Leider bin ich dann auch nicht wach… Das Wetter klart auf, die Sonne scheint und wir laufen gut. Und immer besser, und immer mehr. Mehr Wind, mehr Welle von achtern. Teilweise zeigt der Plotter mehr als 8 Knoten Geschwindigkeit auf der Welle.

Später zeigten die realen Meßwerte bei Windfinder eine mittlere bis hohe 5. Hat sich auch so angefühlt! Kurz vor dem Ziel entscheiden wir, in den Guldborgsund nach Nykøbing zu fahren, um in der Nacht und am nächsten Tag Ruhe zu bekommen. Noch dazu war die Wettervorhersage ähnlich hoch und wir wollten wenigstens in der Nähe einer Stadt eingeweht sein. Die Einfahrt zum Sund ist extrem kabbelig und wir entscheiden, das Groß zu bergen. Für mich war das alles zum Ende hin sehr grenzwertig: Sleipi fühlte sich eher wie eine Nussschale als wie ein Boot an…

Wohin denn jetzt?

Tag 5-7

In Nykøbing angekommen, sahen wir dort eine große deutsche Yacht liegen. Je näher wir kamen, um so bekannter kam sie uns vor: es war die Moody 44, welche uns den Tag über den Elbe-Lübeck Kanal begleitet hatte! Ebenso waren noch zwei deutsche Einhand-Segler mit ihren Booten da. Wir kamen natürlich ins Gespräch und es kam die Frage auf, warum wir nicht um Sjæland segeln.

Wir haben doch viel Zeit. Und schwupps war der Floh im Ohr. Wir fanden die Idee gut. Jetzt aber gingen wir erst mal einkaufen, eine dänische Simkarte, damit wir mobil sind (60gb für 99kr und eine Karte für 49kr! Für den Preis bekommt man in Deustchland gerade mal 3gb…), und natürlich Softeis essen. Und der erste dänische Sonnenuntergang, traumhaft! Ach ja, dunkel wurde es erst gegen 23.00 Uhr, deutlich später als in Hamburg!

Am nächsten Morgen ging es los mit gesetzter Genua in Richtung Westen durch das schmale Fahrwasser des Guldborgsund. Es wurde immer enger und wir holten die Genua ein und motorten. Je weiter wir kamen, um so größer wurden bei mir die Bedenken: mit der Nussschale um Sjæland? Das war weit, wir hatten keine Karte von dem Gebiet und irgendwie und überhaupt. Irgendwann äußerte ich meine Bedenken. Nach langen Diskussionen entschieden wir, doch die Ostroute durch den Sund nach Kopenhagen zu nehmen. Christoph wollte unbedingt auf eine kleine Insel. Femø oder Fejø?

Wir hatten keinen Wind und ich hatte Zeit, mich über Femø und Fejø schlau zu machen. Natürlich gab es die Seiten im Internet nur auf schlecht übersetztem Deutsch, wodurch für Fejø „lecker Strickwolle“ und Flöhe rauskam. Das wollten wir sehen. Dann wurde es aber irgendwie doch Femø, was aber auch gut war. Eine kleine dänische Insel, im Hafen liegt die Fähre nach Kragenæs auf Lolland. Es gibt einen kleinen Laden und daher für uns Brot und Salat. Übernachten auf Femø und dann Kurs nach Vordingborg war der Plan. Auf dem Weg mussten wir feststellen, daß die geplante Route nicht schiffbar war, da die Masnedsundbroen gesperrt ist. Also um Masnedø herum. Wieder durch sehr enge Fahrwasser gelangen wir nach Vordingborg. Malerischer Ort, netter Hafen. Wir steuern eine Box an, ich wollte die Heckleine über den Dalben bringen – es geht nicht weiter. Blick zu Christoph: ?. Wir hängen im Sand. Okay, Rückwärtsgang und ab zur nächsten Box. Das gleiche Spiel: es geht nicht weiter. Blick zu Christoph, Blick zurück: es geht nichts! Plötzlich ein Ruf von nebenan: „Hey, your rope!“

So, da stecken wir nun, mitten im Hafen im Schlick mit der Leine um den Propeller. Christoph packt seinen Neo aus und den Schnorchel, er kann in aller Ruhe den Propeller befreien, wir stecken ja fest. Ab jetzt müssen wir mit einer kürzeren Heckleine leben, aber Schwund ist ja immer. Dann kommen wir auch aus dem Sand wieder frei und suchen uns eine Box bei den großen Booten – da ist genug Tiefe! Zeit für Pommes!

Vordingborg ist ein nettes kleines Städtchen, für dänische Verhältnisse schon fast groß. Es ist ein sehr idyllischer und ruhiger Hafen mit ein paar Restaurants, ein sehr nettes Café und stadtnah gelegen. Das Hafengeld wird an einem Automaten bezahlt, das kannte ich noch nicht. Ist uns bei unserer Reise dann noch öfters begegnet. Super Sache, Toilettencode und Wlancode auf der Quittung aufgedruckt! Wir hatten uns am Vormittag Ruhe und Kultur verordnet, außerdem wollten wir noch zur Bank. Was uns direkt aufgefallen ist: es gibt mehr Optiker als andere Ladengeschäfte aller Art zusammen. Merkwürdig.

My heart goes „boom“

Tag 7-10

Nachmittags machen wir uns auf den Weg, es soll über den Storstrøm und Ulvsund nach Stege auf Møn gehen. Durch die Sperrung des Masnedsund wurden die Fahrwasser im Færgestrøm angepasst und verändert, neue Fahrwasser wurden angelegt. Aber es ist alles sehr eng und knapp, teilweise nur 2m Wassertiefe und außerhalb direkt flach. Wir fahren unter Motor, sind ganz entspannt, als es plötzlich einen Schlag gibt und Sleipi hüpft. Ich bekomme direkt Schnappatmung und Christoph wird blass. Sofort stoppen und Anker werfen. Atmen. Was war das? Da war ein Stein im Weg. Christoph steigt direkt wieder in seinen Neo, schnappt sich den Schnorchel, die GoPro und los gehts. Nach ein paar Minuten die Entwarnung: scheint nichts Schlimmes zu sein, nichts zu sehen außer Schrammen. Ein Blick in die Bilge: trocken, die Bolzen sehen auch gut aus. Wir fahren langsam weiter. Ein Blick auf die Karte: der Ulvstrøm ist gestrichen, dort sind die Fahrwasser noch enger. Planänderung: wir fahren außen um Møn herum, Hårbølle wird angesteuert. Die Ansteuerung geht jetzt über sichere Wege, das heißt wir fahren zurück und die großen Fahrwasser entlang.

Die Stimmung ist angespannt, auf Grund laufen gehört zu meinen „worst case“- Szenarien! Christoph telefoniert mit der Versicherung. Der Agent ist ziemlich entspannt, dennoch weist er uns an, das Boot zu kranen und auf Beschädigungen zu checken. So wie es aussieht, wird das erst in Kopenhagen sein. In Hårbølle angekommen erst mal durchatmen und Plan machen. Kopenhagen ist in zwei längeren Schlägen zu erreichen. Also früh schlafen und aufstehen.

Am nächsten Tag um Møn, die weißen Klippen bestaunen und ab nach Rødvig, das war der Plan. Lief am Anfang auch super, gegen Nachmittag schlief dann der Wind langsam ein. Nach 11 Stunden segeln warfen wir doch den Motor an und fuhren die letzten Meter in den Hafen. Rødvig sollte laut einem Hafenführer auch einen Kran haben. Jedoch stellte sich heraus, es ist nur ein Mastkran. Also Pizza und Sofa!

Noch ein Schlag, dann sind wir in Kopenhagen. Auf dem Weg mache ich mich schlau, wo wir denn eine Marina mit Kran finden und habe drei zur Auswahl: Dragør, Margretheholms Havn und Svanemøllehavnen. Da wir nicht wußten, wie das mit Sleipnir ausgeht, entschieden wir uns für den zentralen Margretheholms Havn. Dieser wird betrieben von einem Segelverein, S/C Lynetten. Wir erhofften uns dänisches Bootswissen und Unterstützung bei der Beurteilung des Unterwasserschiffes durch den Verein. Außerdem: sollte das Boot tatsächlich beschädigt sein, kommen wir wenigstens gut von hier ins Zentrum oder sogar zum Zug – worst case…

Die Einfahrt in den Øresund ist beeindruckend. Riesige gemauerte Ansteuerungstonnen, es gibt dort ein Verkehrstrennungsgebiet, das wie ein Kreisverkehr funktioniert. Frachter und Fähren wie an eine Perlenkette aufgereiht und mitten im Sund Windräder.

Die vielen Boote, Schiffe und Häuser sind ganz ungewohnt nach den kleinen dänischen Örtchen. Wir nehmen Kurs auf Margretheholms Havn und sind froh, als wir angekommen sind.

 

Hier die bisherige Reiseroute:

 

Mehr über Kopenhagen, den Kiel und wie es weitergeht – das nächste Mal!

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Wir haben eine Träne im Auge, denn die Saison endet heute

Heute wollen wir ausslippen, aus dem Wasser und in die Halle. Wir starten morgens um halb elf bei allerschönster Sonne im City-Sport-Hafen in Hamburg. Es geht in das Winterlager auf der Peute in Hamburg.

Der Mast ist bereits gelegt, das haben wir vor wenigen Tagen im Rüschhafen gemacht. Wir tuckern also an diesem schönen Morgen an der Elbphilharmonie vorbei die Elbe hinauf. Ein würdiger Abschluss unserer ersten Saison als Eigner. Wir passieren die Freihafen-Elbbrücken, bisher habe ich immer von oben herabgesehen auf die Boote und Schiffe, wenn ich mit dem Rad darüber fuhr. Ein Erlebnis die Brücke heute auf dem eigenen Boot zu unterqueren. Kurz danach dann die Elbbrücken, dahinter weitet sich der Blick. Links der Park Entenwerder, mit dem Ponton und dem goldenen Pavillon des Café „Entenwerder 1“, wo wir gerne Kaffee trinken und auf die Elbe sehen. Wir überlegen kurz am Ponton anzulegen und uns einen Latte Macchiato zu holen,  fahren dann aber weiter, um um bloß nicht den Hochwasserscheitel zu verpassen.

Rechts kommt unser Segelverein in Sicht, der Hanseat mit seiner Halle aussendeichs. Gestern beim Orkan und Sturmflut schwammen alle Boote in der Halle… Ein Einfahren in den Lagerbock wäre allein schon wegen des Seitenwindes nicht möglich gewesen, außerdem wäre bei dem Pegel das Hallentor viel zu niedrig gewesen.

Wasser und Anfahrt

Jetzt kommt der spannendste Teil: Unsere zwei Helfer haben schon unseren Lagerbock, den ich vor ein paar Tagen auf die Lore montiert habe, zu Wasser gelassen. Nur noch die vier Stangen am Gestell – die sogenannten Rungen – stehen noch einen Meter aus dem Wasser, sozusagen als Positionsangabe. Dort muss das Boot rein. Dazu muss genau der Hochwasserscheitel abgepasst werden, vorher und danach haben wir mit ca. 2,5 bis 3 Knoten zu viel Quer-Strömung durch die Elbe. Diese würde uns schräg in die Rungen drücken, das Boot säße nicht richtig auf dem Bock.

Der Lagerbock

Ohnehin ist das sehr spannend, weil der Bock nach meinem Entwurf geschweißt wurde. Weil an unserem Boot im zeitigen Frühjahr das Unterwasserschiff in der Werft neu aufgebaut wurde, lag das Boot danach im Lagerbock der Werft. Aus diesen Fotos habe ich die Maße abgeleitet. Ich hatte die Maße der Pflastersteine, die Länge des Boots und ich erinnerte mich, dass der Wasserpass etwa auf meiner Augenhöhe war. Daraus konnte ich dann alle Maße so einigermaßen ableiten. Der Rest wurde geraten und geschätzt.

Ob das passt?

Wir sind sehr nervös, ob dass alles klappt. Der Lagerbock selbst, das Einfahren in den Lagerbock, der Abstand der Rungen. Dass das mit dem Wasserstand alles passt und alles bereit ist. Und schließlich, dass das Boot sich richtig auf den Bock absenkt, wenn es aus dem Wasser gezogen wird. Und dass der Bock das alles hält. Viele Fragen also, wir sind extrem angespannt.

Wir fahren ein

Wir erwischen den richtigen Zeitpunkt, das Einfahren klappt einwandfrei. Die Rungen sind etwas stramm, aber soweit erstmal alles klar. Beim Herausziehen aber zeigt sich dann, dass das Boot noch nicht richtig sitzt. Also nochmal zurück ins Wasser, das Boot neu zwischen den Rungen ausrichten. Dann neuer Versuch. Besser jetzt, aber das Boot sitzt nicht auf den Auflagerpunkten, den „Patschen“ auf. Da der Bock im Wasser steht – gibt es nur eine Lösung.

Und die heißt: Klamotten aus und ein Bad in der 12 Grad kalten Elbe. Ich gehe rein, vor lauter Stress spüre ich die Kälte gar nicht so extrem. Ich schwimme um das Boot,  drehe eine nach der anderen die vier Patschen hoch und steige wieder in das Boot. Das Boot wird herausgezogen bis zur Wasserlinie und ich gehe von Bord, erstmal heiß duschen. Das muss nun sein! Erst unter der Dusche merke ich, wie durchgefroren ich bin.

Während dessen wird das Boot nochmal ins Wasser gelassen und letzte Korrekturen vorgenommen. Als ich dann zurück komme sitzt das Boot fast perfekt im Bock. Okay, kleinere Änderungen müssen im Winter am Bock noch vorgenommen werden, doch das ist normal. Wir sind zufrieden und erleichtert, dass bisher alles geklappt hat.

Runter von der Lore – von Hand!

Bisher, denn das ist lange noch nicht alles. Schlagartig wird uns klar: Es ist noch nicht mal Halbzeit des Ausslippens, denn das 1-Tonnen-Gestell muss samt 3-Tonnen-Boot von der Lore wieder runter! Alles mit purer Muskelkraft und ein paar Handgeräten.

Wir haben Seilzüge und große Wagenheber mit Kurbeln und Pallhölzer zur Verfügung. Ein Abenteuer für uns, mich fasziniert das alles unglaublich. Das so etwas mechanisch und von Hand geht, ich bin schwer beeindruckt.

Wie geht denn das?

Kurz gesagt geht das etwa so: Der Lagerbock wird zuerst von den Ketten befreit, die Ihn auf der Lore in Position halten. Dann wird der Lagerbock mit Boot darauf von Hand hochgekurbelt, bis quer U-Profile aus Stahl als Laufschiene darunter passen, Räder werden an den Lagerbock gesteckt. Die gesamte Konstruktion wird wieder abgelassen, nun kann der Lagerbock auf den Laufschienen quer von der Lore herunter gezogen werden. Doch leider ist die Lücke, in die wir hinein müssen nicht gr0ß genug dafür. Einige Mal müssen die Räder umgesetzt werden und der Lagerbock wieder angehoben und versetzt werden, bis das Boot halb auf der Lore, halb mit den Rädern, schräg hinter das bereits eingelagerte Boot eingeschoben werden kann.

Am meisten beeindrucken mich die beiden älteren Segler, die mit viel Erfahrung und Ruhe die gesamte Aktion während der fast 3 Stunden organisieren und vieles noch selbst machen. Der eine ist 82, der andere um die 75! Ob Segeln fit hält?

Schließlich liegt das Boot im Lagerbock wo es hin sollte, nahe an der Wand in der Halle umgeben von 10 anderen Booten, die auch bereits das selbe Verfahren hinter sich gebracht haben.

Wir sind erleichtert und zufrieden!

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Ein langer Tag

Früh aufstehen…

Heute fahren wir zum ersten Mal und in einem Tag den Nord-Ostsee-Kanal. Etwas Neues für uns vier, denn zwei Freunde von uns sind mit dabei und die kennen den NOK auch noch nicht. Der Wecker geht viel zu früh, bereits um 6 Uhr. Ab 06:30 Uhr kann zwischen dem 1. und dem 15. Oktober geschleust werden. Das sagt das Merkblatt für Sportbootfahrer des WSA. Es gibt feste Fahrzeiten auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Sportbootschiffer dürfen nur bei Tageslicht fahren und wir wollen und müssen in einem Tag durch den NOK. Das begrenzt die Fahrdauer und wir dürfen nicht bummeln… Wir beeilen uns also und starten ohne Frühstück in Regen und Dunkelheit, um dann mit zwei weiteren Frühaufstehern vor der Schleuse im Wartebereich zu kreisen. Wir warten auf das weiße unterbrochene Signal das heißt: Einfahrt erlaubt.

Auch unsere weiteren Infos stammen fast alle aus dem Merkblatt. Tipp: vorher herunter laden und lesen.

Wir wissen: nicht die Schleuse anrufen. Ein anderer weiß das nicht und kennt auch die Signale nicht. Er funkt die Schleuse an: „Ich sehe hier ein weißes Licht, heißt das, dass ich einschleusen darf?“ – „Die Südschleuse steht auf Rot, die Nordschleuse steht auf grün, ich weiß nicht, wo sie ein weißes Licht sehen!“ kommt die prompte Antwort von der Schleuse. „Kein Problem, ich warte gerne“ kommt kleinlaut vom Segler. Blöd und überflüssig, denn die Jungs auf der Schleuse haben anderes zu tun…

Warten und kreisen – oder frühstücken und Funk hören

Nachdem wir eine halbe Stunde im Regen gekreist sind, frierend, aufgeregt, müde und schweigend…. endlich! Das weiße unterbrochene Signal! Alle drei Boote streben der Schleuse zu. Ein Blick nach hinten, und wir entdecken, dass sich jetzt erst die anderen Segler aus dem Yachthafen Kiel-Holtenau auf den Weg machen.

Wir sind platt und erkennen: Nur die Anfänger kreisen vor der Schleuse! Die Erfahrenen haben wohl Funk gehört und erst noch gefrühstückt. Das scheint zu reichen und ist dann die klügere und wärmere Methode.

Ich nehme freiwillig einen der hinteren Plätze bei den einfahrenden Booten ein – erstmal gucken, was die Anderen machen…

In der Schleuse ist noch Platz

Einschleusen am frühen Morgen in Kiel-Holtenau mit dem Segelboot

Zur Blauen Stunde in der Schleuse

Die kleine Schleuse ist derzeit defekt. Wir werden deswegen mit der Berufsschifffahrt in der grossen Nord-Schleuse geschleust. Es ist sehr viel Platz, insgesamt sind es vielleicht 10 Boote mit uns. Zwei kleinere Schleppverbände sind auch mit dabei. Alles andere sind Sportboote. Wir hängen die Fender um und so tief, so dass die auf dem Wasser aufliegen, denn die Schwimmstege sind sehr niedrig.

Ich entspanne mich. Kein Durcheinander, einfaches Anlegen mit viel Platz längsseits, trotz des starken Windes. Wir legen an und vertäuen das Boot an den Ringen.

Marion zeigt auf die anderen Boote: Bei den meisten Booten steht mindestens einer draußen auf dem Steg und hält die Leine in der Hand. Hat das einen Grund? Wir liegen auf Slip… Hm. Ich bitte Phillip wieder auf den Schwimmsteg, man weiß ja nie. Es geht los. Das Schleusentor schließt sich, es passiert scheinbar nichts, dann öffnet sich das andere Schleusentor schon wieder. Das könnte der Grund sein, Vertäuen lohnt sich wegen der Kürze des Schleusens nicht und der auf dem Schwimmsteg kann das Boot abstoßen. Für das nächste Mal was gelernt! Wir werfen los, Abstoßen brauchen wir nicht, wir liegen auf Abstand und fahren als Dritte hinaus.

War das alles? Ist ja unspektakulär. Wir hatten tatsächlich mehr erwartet.

Der Motor tuckert unter uns

NOK im Regen mit Blick nach vorne, ein Segler kommt entgegen

Die ersten 3 Meilen sind noch spannend. Schleusenvorhafen, Lagerhäuser, Brücken, Kanal, Industriecharme. Die anderen Segler anfangs um uns herum, wie eine Perlenkette. Das Motorengeräusch und die Vibrationen von dem alten Diesel höre und spüre ich noch gerne.

Zwei von uns gehen hinunter, erstmal das Frühstück nachholen. Eine sehr gute Idee. Marion und ich machen die erste Schicht. Die ersten 5 Meilen. Doch bereits nach drei Meilen sind die anderen Segler vor uns schon fast außer Sicht. Für uns sind 5 Knoten eine hohe Geschwindigkeit. Für die anderen eher nicht. Auf dem Kiel-Canal, so die internationale Bezeichnung, wären 15 km/h  erlaubt, das sind 8,1 Koten. Auf Shipspotting-Seiten wie der Shipspotting.com kann man sich einen Überblick über den Verkehr auf dem Kanal verschaffen und sehen, dass die Frachter teils mit 8,7 kn unterwegs sind. Schön wär`s. Das Feld zieht sich in die Länge. Und wir hinterher …

Wir haben nun alles gesehen, der Kanal könnte jetzt gerne zu Ende sein. Es liegen aber noch 49 Meilen vor uns….

Langeweile

Wir spielen in Kälte und Regen „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ und blödeln herum, tanzen, singen. „Nach müde kommt doof“, wie Marion gerne sagt. Aber es tut gut und verkürzt die Zeit.

Unten ist das Frühstück zu Ende, unsere Freunde versuchen zu lesen. Das sieht aber eher mühsam aus, wie die beiden vorne über gebeugt mit den Decken über den Schultern zusammengesunken da sitzen.

Wir üben das internationale Buchstabieralphabet. Marion hat als Aufgabe „Gill“, sie gibt mir „Leuthäuser-Schnarrenberger“ ;-). Das übt und hält uns beschäftigt. Die Zeit vergeht. Doch auch das wird irgendwann langweilig.

Ich blicke nach unten. Unsere Freunde sind auf den Bänken umgekippt und eingeschlafen. Das ist ja auch kein Wunder. So früh und dann so kalt und nass auf dem Kanal.

Wachwechsel

Endlich werden wir abgelöst und gehen nach ein paar Worten hinein. Die Wärme vom Kocher staut sich unter der Decke. Ah, wohlige Wärme! Meine Offshore-Jacke ist nach 8 Jahren undicht geworden. An der Schulter und am rechten Arm bin ich nass. Ich ziehe die verschiedenen Schichten aus – und entdecke den doppelten Sinn hinter dem Wort „Schichtwechsel“.

Freunde im Regen auf den Nord-Ostsee-Kanal. Dick eingepackt in Ölzeug.

Wir sind durchgefroren und müde. Warme, trockene Kleidung! Einweg-Heizsohlen in die Stiefel. Eine Wohltat! Essen! Himmlisch! Der Kocher wärmt das Wasser und den Salon gut auf. Ein heißer Tee. Wie gut das tut!!! Allerdings ist es sehr laut unter Deck. Eine Unterhaltung ist wegen des alten Diesels kaum möglich.

Draußen klopft der Regen aufs Dach. Von Philipp und Anni ist unter den Neonkapuzen nur noch wenig vom Gesicht zu sehen. Bei 10 Grad keine Freude. Die zwei haben dennoch Spaß an dem Trip.

Die Zeit vergeht langsam

Steuern, Wachwechsel, dösen, Wachwechsel. So vergeht der Tag. Wir verbringen am Nachmittag eine lange Zeit gemeinsam zu viert in der Plicht und haben Spaß. Viele Boote überholen uns. Fast immer nur einzelne, meist ältere Männer an Bord. Wenige Paare, selten mehrere an Bord.

Ein Segler auf dem Nord-Ostsee-Kanal unter Segeln kommt entgegen.

Wir genießen es sehr, nicht alleine an Bord zu sein. Dennoch vergeht die Zeit langsam. Doch wenigstens ist es wärmer geworden. Der starke Wind mit bis 5 bft in Böen von vorne bremst uns teilweise bis auf 3,9 Knoten herunter. So wird das ja nie etwas! Dennoch überholen wir ein Boot. Eines! Auf 54 Seemeilen! Und das hat einen 6 PS Aussenborder. Hm. Bei unserem Boot sollte da etwas mehr drin sein.

Abwechslung bietet nur hin und wieder der Gegenverkehr. Das ist meist Berufsschifffahrt. Etwas 100 Schiffe passieren pro Tag im Schnitt den Kanal. Wir sehen vielleicht 15 oder 20. Es bleibt mehr als genug Platz zum Passieren. Auf der Trave sind die Fähren viel größer und mit den vielen Seglern ist es dort viel enger. Auch das also nichts besonderes. Hin und wieder ein Überholer, eine Fähre, eine Brücke, Schwäne….

Rendsburg ist noch ganz interessant. Spannend ist es, die Autobahnbrücke zu unterqueren über die man sonst mit dem Auto fährt. Die Hafenanlagen liegen aber still und verlassen da.

Einmal kommt uns ein schöner großer Segler entgegen. Bei dem starken Rückenwind hat er die Fock gesetzt, das hilft richtig. Das darf er auf dem Nord-Ostsee-Kanal sogar: „Sportfahrzeuge mit Maschinenantrieb dürfen zusätzlich Segel setzen. Sie müssen dann im Vorschiff einen schwarzen Kegel – Spitze unten – führen.“ Aus dem Merkblatt für Sportbootfahrer des WSA. Hätten wir doch auch Rückenwind, dann wäre das nicht so eine Quälerei.

Kochen hilft gegen Langeweile

Kochen auf dem NOK - Nudeln abgiessen

Gegen Nachmittag beschließen wir zu kochen. Nudeln in Tomatensoße, aber nicht einfach so. Wir durchsuchen die Schapps und finden was noch so da ist: getrocknete Tomaten, Schalotten, gestückelte Tomaten, grünes Pesto, Sambal Oelek, Oliven, Tomatenmark und Reissahne. Klingt gut! Wir sind glücklich etwas zu tun zu haben und legen los. Unsere Freunde genießen während dessen oben sogar die Sonne!

Als wir fertig sind gieße ich das Wasser über Bord ab, immer ein sehr besonderer Moment. Mit den Nudeln im kochenden Wasser in der einen Hand und dem Sieb in der anderen an Deck balancieren und dann die Nudeln außenbords abgießen.

Auf die Teller verteilt und ab in die Plicht in die Sonne. Wir sind alle sehr erstaunt. Es ist unglaublich lecker geworden. Hier das Rezept.

NOK-Nudeln – Lecker, lecker – das Rezept

2-3 Schalotten würfeln, andünsten.

Eine Handvoll gewürfelte getrocknete Tomaten mit dazu. Ein Esslöffel Tomatenmark, eine Prise Zucker dazu.

Mit gestückelten Tomaten aus dem Tetra-Pack und Tomatenmark ablöschen und weiter köcheln lassen.

Einige schwarze Oliven aus dem Glas dazu, einen Teelöffel Sambal Oelek, einen Esslöffel Basilikum-Pesto mit in die Sauce.

Während dessen die Nudeln machen und abgiessen.

Soße mit Pfeffer und Salz und Reis- oder Soja-Sahne abschmecken. (Reis- und Soja-Sahne sind haltbar und im Tetra-Pack unzerbrechlich an Bord, es geht natürlich auch normale Sahne….)

Das Ganze auf dem Teller mit Parmesan bestreuen. Lecker!

Der Motor hat genug, wir auch!

Der Motor spuckt schwarzen Qualm, wir haben ihn zu sehr getrieben. Langsam spulen sich die Meilen runter. Es kann nicht mehr weit sein, ein Öllager auf der Backbordseite an Land. Immer wieder ein besorgter Blick auf den Auspuff. Der Motor ist wie das Boot mit 46 Jahren nicht mehr der Jüngste. Aber er läuft noch immer brav und zuverlässig. In dem Alter darf man auch mal rauchen …

Schließlich drosseln wir die Drehzahl herunter. Nur noch 4 Knoten Fahrt, es zieht sich sehr. Aber der Motor ist merklich leiser geworden und qualmt jetzt nicht mehr.

Endlich kommt Brunsbüttel gegen 19 Uhr in Sicht. Wir sind erleichtert. Für uns und auch für den Motor.

Anlegen

Wir laufen sehr langsam in den Yachthafen Brunsbüttel ein, es ist ziemlich voll. Alle Überholer liegen schon im Päckchen. Wir tuckern herum und sondieren den besten Platz für uns. Schließlich entscheiden wir uns für ein ebenso betagtes Boot wie unseres, das am Steg liegt. Wir wollen längsseits ins Päckchen.

Erstmal Erlaubnis einholen. Das dürfen die Damen machen ;-) Der Bootsnachbar scheint sich unter Deck zu verstecken. Doch nein, er kommt, ist sehr freundlich und hilfsbereit. Ich setze nochmal zurück, nehme Anlauf, kupple aus und lasse das Boot mit dem letzten Schwung längsseits kommen. Kurz rückwärts einkuppeln, wir stehen. Leinen übergeben, Festmachen, Fender kontrollieren, ein kurzer Schnack. Auch dieses Manöver war recht entspannt für mich.

Dann der große Moment: Motor aus. Endlich! Das waren 13 Stunden Fahrtzeit unter Motor! Für alle eine Strapaze. Die Ruhe ist ungewohnt.

Ein weiteres Boot kommt und geht wiederum an uns längsseits. Eine große Yacht, ziemlich neu. Wir helfen. Auch hier ein kleiner Schnack. Dann auf zum Hafenmeister, 8 Euro, das ist okay, allerdings gibt es keinen Strom. Duschen, einkaufen, Feierabend!

Ach nein. Leider nein. Starkwind ist auf der Elbe für morgen angesagt. Wir tauschen widerwillig noch die Genua gegen die Fock und quälen uns an Deck mit dem zusammenlegen des riesigen Tuchs bei ordentlich Wind. Schließlich gelingt es und sieht sogar recht gut aus.

Feierabend

Auf einem Segelboot, und vor allem auf einem kleinen von 27 Fuß, ist es wirklich keine Selbstverständlichkeit, sich nie auf die Nerven zu gehen. Wir sind sehr froh, dass wir mit unseren Freunden eine so nette und anpackende, aber vor allem unkomplizierte und angenehme Gesellschaft haben. Obwohl es eigentlich ein ereignisloser, kalter Tag mit viel Regen und motoren war: es war doch irgendwie toll auf dem NOK und zu viert war die Tour auch für alle so angenehm wie möglich. Trotzdem war es ein langer und sehr anstrengender Tag auf dem Kanal.

Gegen 21 Uhr, das Abendessen fällt wegen Müdigkeit aus, wir öffnen ein Bier und sitzen noch kurz zusammen bis uns die Augen zufallen. Es reicht für heute!!!

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Doch wir sind uns einig: Der Kanal ist insgesamt weniger schlimm als erwartet und viel unspektakulärer als wir dachten. Für uns ist es von Travemünde über Fehmarn, Kiel, den Nord-Ostsee-Kanal und dann die Elbe hinauf bis nach Hamburg hinein ein schöner 4-Tages-Törn mit Freunden zum Abschluss des ersten Jahres. Und der NOK ist dabei eben nur eine Etappe.

Die letzten Tage war bei meist gutem Wind schönes und flottes Segeln angesagt. Die Bilanz der Reise stimmt also.

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Was kochen wir so an Bord?

Frisch, leicht, lecker!

Wir essen gerne und wir kochen gerne. Und das heißt für uns: schnell darf es gehen. Qualitative gute, regionale Produkte – gerne Bio. Gesund, lecker und nicht zu schwer. Gerne ungewöhnlich, und das am besten ohne Fertig- oder Halbfertigprodukte. Außerdem vegetarisch. Letzteres hat verschiedene Gründe.

Gebratene Melone? Warum denn nicht Spaghetti?

Klar gibt es auch mal Spaghetti, mal mit Tomatensauce, mal mit Zuccini, mal gebraten mit Ei. Vielleicht haben wir das schon zu häufig gemacht. Immer Salat, Spaghetti & Co kochen – hatten wir satt. Etwas Neues musste her. Marion schenkte mir (uns?) ein Kochbuch. Zwei Jungköche im Wohnmobil quer durch Australien! Schöne Bilder, einfache, schnelle Rezepte. Bingo! Also ähnliche Rahmenbedingungen, weil auch nur 2-Flammen-Kocher, wenig Platz und unterwegs.

Dass man Melone braten kann war mir völlig neu. Aber warum nicht! Es klingt lecker. Die Entscheidung fiel schnell. Doch dabei hätte uns Marion fast in ein feuchtes Grab gesegelt ;-)

Wer sich für das Buch interessiert, hier geht’s direkt zum Buch „Zwei Pfannen on the road“ von GU (Kauft das Buch, wo ihr wollt- das ist keine Werbung oder Verkaufslink, das soll für euch zur Info sein!)

Kann man denn auf dem Boot richtig kochen?

Sehr gut sogar. Wir haben nun einen Kocher, wie wir bereits hier erzählten. Außerdem eine Kühlbox. Die läuft allerdings nur bei Landstrom. Unter der Sitzbank haben wir Vorratsbehältnisse mit haltbaren Zutaten. Geschützt gegen Feuchtigkeit auf dem Boot und Kleintiere. Ganz wichtig – ein Regal mit verschiedenen Gewürzen. Außerdem gibt es eine Spüle unter dem Kocher. Und ein Minimal-Set an Töpfen, Pfannen und Koch-Utensilien. Minimal heißt für uns: Wenig aber gut. Also nicht das Ausrangierte von zu Hause. Denn: wenn ich es es schon zu Hause nicht mehr nutze – dann hat das seinen Grund.

Allerdings hat das Kochen an Bord natürlich immer etwas von „Tetris“ spielen. Man muss sich gut organisieren, denn es ist eng an Bord. Die Zutaten und Kochsachen sind an verschiedenen Stellen verwahrt. Damit nicht genug – alles ist eng gepackt und eineinander gestapelt. Das spart Platz und außerdem rutschen die Sachen bei Lage und Welle nicht herum.

Kochen bei Welle?

In diesem Bericht geht es nicht um eine Atlantiküberquerung und meterhohe Wellen. Hier geht es erst mal um das Kochen bei Tagestörns, am Wochenende oder im Urlaub. Wir reden also vom Kochen im Hafen, am Anleger oder bei ruhigem Wetter vor Anker. Daher geht es hier vor allem um das Kochen wenn man auch einkaufen kann.

Wie proviantieren, wie stauen?

Wer mehr wissen will über das Kochen an Bord – dem sei „Die See kocht“ ans Herz gelegt. Eine liebevoll gestaltete Seite mit dem Schwerpunkt Kochen und Genießen auf kleinen Segelyachten. Vor allem der Abschnitt über die Proviantplanung gibt hilfreiche Hinweise, welchen Proviant man an Bord gut aufbewahren kann. Und mehr noch – wie man den am besten staut, so dass nichts verdirbt oder beschädigt wird.

Wenn wir Euer Interesse geweckt haben – schreibt uns: Das Rezept schicken wir Euch gerne zu!

Kauf der Dehler Optima 830 – aus Fehlern lernen oder „you learned it the hard way“

Es lief nicht rund! Wir haben einige Fehler bei der Besichtigung und beim Kauf unserer Segelyacht begangen… Dennoch wurde es eine sympathische Dehler Optima 830 aus 1971.

Technische Daten und Zeichnung findet Ihr bei Sailboatdata.com oder hier. Warum wir das Boot dennoch lieben? Dazu lest unseren  Artikel „Der Charme der  70er“.

Unsere Erfahrungen möchten wir an dieser Stelle mit Euch teilen. Hoffentlich ist der eine oder andere hilfreiche Hinweis für Euch dabei. Sonst zum schmunzeln – ist ja „Hafenkino“.

Warum habt Ihr genau das Boot gekauft?

Wir haben zuerst eine Liste der Dinge entwickelt, die uns an einem Boot besonders wichtig sind. Material, Größe, Ausstattung, Preis etc. Diese Liste gab die Richtung vor und war ein wichtiges Hilfsmittel für den Auswahl und den Kauf.

Hilfreich vor allem, wenn man über Boote stolpert, die diesen „Au ja – will ich haben“ – Effekt haben – aber nicht ins Raster passen. Zum Beispiel manche liebenswerte, morsche Holzboote oder die sympathischen schwimmenden Rosteimer mit Motorschaden. Immer dann wedelte Marion mit der Liste ;-)

Gutachter – hätten wir besser einen gehabt!

Wir hatten Kontakt mit einem Sachverständigen im Hamburg. Jens Böckmann von Yachtverstand.com. Sehr empfehlenswert. Er gab uns wichtige Tipps, vielen Dank hierfür! Selbst bei unserem günstigen Boot wäre seine Leistung gut investiertes Geld und vor allem beruhigend gewesen. Das erspart viel Ärger. Der Fachmann bleibt objektiv, während sich der Käufer vielleicht bereits in das Boot „verliebt“ hat. Leider glaubte ich, mich mit Booten gut genug aus zu kennen.

Das Budget

Unser Budget war begrenzt, deutlich unter 10.000 Euro sollten es sein, Wunschpreis war 5.000 Euro. Das ist wenig. Wir setzten auf den schlechten Verkäufermarkt und ein „Schnäppchen“.

Wir besichtigten verschiedene Boote. Zu groß, zu klein, eigenartige Verkäufer oder technische Bedenken. Einer wollte uns sein Boot unbedingt verkaufen, er rief nach der Absage noch mehrere Wochen lang an und bot uns sogar Ratenzahlung.

Der Verkäufermarkt scheint kaputt sein. Übrigens: Im Hamburger Abendblatt war am vor einiger Zeit ein sehr lesenswerter Artikel. Er heißt „Nachwuchsproblem: Gebrauchte Boote ein Ladenhüter“ vom 15.03.2016.

Unsere Wunschliste

In unserer Wunschliste waren unter anderem der Preis, die Größe, Material, Innenborder, Toilette, 5 Schlafplätze, aber auch Ausstattung wie Kocher und Dinette vermerkt. Vor allem war uns neben der Möglichkeit, längere Fahrten zu unternehmen, der Innenraum wichtig. Der Salon sollte sich wohnlich und geräumig anfühlen. Die Dehler Optima 830 hat große Fenster zur Seite und nach vorne.  Da sie außerdem Stehhöhe hat, begeistert uns der Salon immer noch durch ein erstaunlich großzügiges Raumgefühl.

Der Erstkontakt

„Das ist es!“ war unsere erste Reaktion, als wir die Anzeige auf ebay Kleinanzeigen lasen. 6.500 Euro, GfK-Werftbau mit viel Zubehör.

Ich rief an, ein freundlicher älterer Herr. Sympathisch und begeistert. Ich war wohl der erste Anrufer. Leider klappte ein Besichtigungstermin nicht gleich, das Boot stand 250 km entfernt im Winterlager in der Halle in Barth am Darß.

Die Besichtigung

Zwei Monate später die Besichtigung. November. Eine kalte dunkle Halle.

Er hatte einen 1000 Watt-Strahler mit. Wir eine starke Taschenlampe, eine technische Checkliste und unsere Kamera. Der erste Eindruck: aufgebockt wirkt das Boot riesig. Den Rumpf abgeleuchtet, soweit wir heran kamen. Am Rumpf fällt die Beschichtung in großen Flecken ab. Ob das Osmose ist?

Deck Dehler Optima 830

Manches fiel uns bei der Besichtigung auf, vieles davon konnten wir beurteilen. Aber erstaunlich vieles haben wir übersehen oder nicht beachtet.

Unter anderem bemerken wir einen älteren Schaden im Rumpf nicht.

Wir sahen uns die Segel nicht genau auf den Zustand an. Und das Rigg gar nicht…

Unter Deck

Salon Dehler Optima 830

Es ist muffig aber trocken. Gemütlich, geräumig, ordentlich, große Fenster erlauben im Salon einen Rundumblick nach draußen, das kenne ich von keinem anderen Boot.

Die Bilge ist trocken und ohne Öl, sogar staubig. Noch der erste Motor. Er ist alt und leicht ölig, nichts ungewöhnliches. Ach ja, die Zylinderkopfdichtung wurde letztes Jahr neu gemacht. Gut, dachte ich mir, deswegen auch noch der leichte Ölfilm. Später stellt sich heraus, der Motor ölt nach wie vor leicht, qualmt bei hohen Drehzahlen und der Anlasser ist kaputt. Das sollte uns noch viel Zeit kosten, Ärger und Kopfschmerzen bereiten.

Niedergang Dehler Optima 830

Viel Zubehör gehört zum Boot: Eine Handfunke mit SOS-Taste Link 2 von Lowrance, Plotter Raymarine A 65 (hier ein link auf einen Artikel in der Yacht), GPS (alt und nie verwendet), Epirb (abgelaufen – was wir nicht wissen, der Batterietausch lohnt sich nicht!), Lifelines, Leinen, Fender, 3 Gasflaschen, 3 Anker. 2 Landstromkabel, Seekarten, voller Tank ….

Nach eineinhalb Stunden haben wir fertig besichtigt. Wir sind durchgefroren und entschlossen. Das ist es! Nicht nur die Kriterien, Zustand und der Preis passen, vor allem fühlen wir uns auf dem Boot sehr wohl und haben außerdem Vertrauen zum Verkäufer. Auf der Rückfahrt mit dem Verkäufer verhandle ich den Preis. Marion sendet mir von der Rücksitzbank Whatsapp-Nachrichten. Ich soll den Preis nicht so hart verhandeln, denn er ist uns schon weit entgegen gekommen.

Vor dem Kauf

Bedenkzeit fünf Tage – das war gut und wichtig. Die Frist wurde verlängert weil wir auf das Ergebnis der Osmose-Begutachtung und das Angebot für den Neuaufbau des Unterwasserschiffs warten mussten. Nach drei Wochen und viel Recherche und Telefonaten das Ergebnis: Keine Osmose aber das Unterwasserschiff muss gestrahlt und komplett neu aufgebaut werden. Wir einigen uns mit dem Verkäufer darauf, dass er zwei Drittel der Kosten übernimmt. Der Barther Yachtservice gibt das bessere Angebot ab, dennoch mehrere tausend Euro. Und er macht klasse Arbeit!

Der Kauf

Ende Dezember 2016 unterschreiben wir mit dem Verkäufer nach vielen angenehmen Gesprächen den Kaufvertrag. Wir sind glücklich! Der Verkäufer hat Tränen in den Augen, der Verkauf bedeutet den Abschied vom Segeln für Ihn. Das schmerzt uns.

Was würdet Ihr anders machen?

Wie Ihr sehen könnt, haben wir einige schwerwiegende Fehler beim Kauf begangen. Zum Glück sind diese aber gut ausgegangen. Das hätte auch richtig ärgerlich und teuer werden können. So hat es uns „nur“ einiges an Sorgen und schlaflosen Nächten bereitet.

Großer Fehler: Trocken kaufen ohne Wassern, ohne Probesegeln. Den Motor, das Rigg, die Segel und das Ruder haben wir nicht ausreichend, eigentlich gar nicht auf Funktion geprüft. Das Boot stand ganz hinten in der Halle, das wäre erst im April was geworden. Dazu waren wir zu ungeduldig. Nicht nachmachen! Oder wenn, dann bitte nur mit entsprechenden Vorbehalten im Kaufvertrag mit Rücktritts- oder Preisminderungsklausel.

Auch wenn sich der Verkäufer wehrt und das Geld und Mühen und viel Fahrerei bedeutet. Es lohnt sich. Wir vertrauten auf die Ehrlichkeit des Verkäufers und wurden zum Glück nicht enttäuscht. Was wir aber nicht beachteten – was ist, wenn er manche Dinge selbst nicht gesehen hat?

Falls Ihr selbst Euer erstes Boot gebraucht kaufen wollt – hier unsere Tipps:

Viele der Punkte sind sicherlich nicht neu. Rückblickend waren es aber für uns die Wichtigsten. Und die wollen wir Euch nicht vorenthalten! Hier unsere Erkenntnisse:

Welches Boot brauche ich?

Macht Euch vorher genaue Gedanken wozu das Boot dienen soll. Binnensee oder Meer? Welches Revier? Einhand und/oder mehrere Segler? Das entscheidet über Größe, Ausstattung und Preis. Lasst Euch Zeit dafür, das lohnt sich und „hält Euch auf der Spur“. Schriftlich fassen mit Prioritäten.

Wählt das Boot groß genug, aber klein genug um es alleine oder mit kleiner Crew zu segeln! Berücksichtigt unbedingt Eure eigene Segelerfahrung und die – wenn vorhanden – Eures festen Segelpartners! Wenn Ihr keinen festen Segelpartner habt, denkt an das schwächste Glied in der Kette. Oder plant gleich Einhand. Denkt dabei auch an Schlechtwetter/Starkwind und Hafenmanöver. Ich stand auf einem Boot mit knapp 10 Metern Länge, das war einen halben Meter breiter als unseres jetzt, und dachte mir: „Nein, das ist mir für den Anfang zu unhandlich“. Unser Tipp: 27 Fuss ist ideal für den Anfang. Bietet viel und die Auswahl ist zu moderaten Preisen groß.

Schaut Euch mehrere Boote an, auch solche, die nicht unbedingt in Frage kommen. Das schult den Blick auf das Wichtige! Und es wirft technische Fragen auf, die Ihr danach klären könnt und so viel dazulernt!

Technik und typische Schäden:

Beschäftigt Euch mit technischen Dingen wie Osmose, Motor und  Technik. Besorgt Euch dazu am besten eine technische Checkliste für den Bootskauf. Ich fand die Hinweise und die Liste von boot24.com sehr hilfreich.

Sprecht mit Bootseignern. Ein guter Freund von uns gab uns viele Hinweise zum grundsätzlichen Kaufabwicklung und zum Motor. Das half sehr!

Schaut nach Erfahrungsberichten über den Bootstyp und recherchiert typische Schäden. Die Zeitschrift Palstek hat umfangreiche Tests im Archiv und digital auf Abruf für wenige Euro.

Ich finde nach wie vor die älteren GfK-Werftbauten sehr überzeugend. Das GfK ist teilweise zwei Zentimeter stark! Ein gutes Gefühl. Stabil wie Stahl aber rostet nicht ;-).

Wenn Ihr bisher schon viel gesegelt seid und handwerklich geschickt seid ist das sehr gut, eine klasse Basis. ABER – das reicht nicht! Da gibt es so viel, was Euch bei der Besichtigung auffällt und Ihr möglicher Weise nicht deuten könnt. Immer wieder die Frage: Ist das schlimm oder normale Alterung? Und wenn es schlimm ist, was kostet die Reparatur? Deswegen: Fachmann oder Gutachter mitnehmen. Außerdem sind es zwei Augen mehr!

Schaut Euch die Geschichte des Bootes an. Vorbesitzer, Dokumentationen etc. Die Dokumentation sagt viel darüber aus, wie der/die Voreigner das Boot behandelt haben. Gibt es technische Zeichnungen? Schaltkreise? Bedienungsanleitungen? Rechnungen über Motorwartung? Reparaturen? Was wurde kürzlich investiert? Nur jemand, der sein Boot halten und pflegen will, steckt Geld in neue Segel oder die Zylinderkopfdichtung. In unserem Fall war die Dokumentation, so weit ich das beurteilen konnte, über Jahre vollständig. Ein sehr gutes Zeichen!

Wenn Ihr längere Schläge vorhabt oder auch Einhand unterwegs sein wollt, ist ein Pinnenpilot (oder für noch längere Schläge -Windfahnensteuerung) eine sehr sinnvolle Anschaffung. Das verschafft Euch Zeit zum Segel setzen oder auf das Wasser blicken. Unserer ist der Raymarine ST 1000.

Zum Kauf:

Kauft nicht spontan! Durch den schlechten Verkäufermarkt solltet Ihr für einige Jahre mit dem Boot zufrieden sein. Kurzfristig ohne größere Verluste verkaufen wird kaum möglich sein.

Kauft ein Viertel unter maximal Budget, den Rest braucht Ihr für Ungeplantes wie Reparaturen, fehlende oder defekte Ausstattung. Oder zusätzliche Wünsche. Außerdem kommen sofort die ersten regelmäßigen Ausgaben wie Liegegebühren, Mitgliedschaften und Versicherungen. Macht Euch hierzu einen Budgetplan, den Ihr jeweils auf das aktuelle Boot anpasst. Eine einfache Excel-Liste reicht. Wir selbst haben für die Zusatz Ausgaben zu wenig Geld veranschlagt.

Kauft von vertrauenswürdigen Personen. In unserem Fall ein älterer Herr der das Segeln aufgab. Vorteil, die lieben und pflegen meistens Ihr Boot. Nachteil, sie lieben es und sehen es nicht objektiv. Der Geschäftsführer der Werft sagte kopfschüttelnd und mit strafendem Blick später zu mir: „Bloß nicht von alten Männern kaufen, die lieben doch ihr Boot!“

Nach dem Kauf:

Nach unserer Einschätzung hat Pantaenius in Hamburg gute Boots-Versicherungen. Wir wurden dort sehr gut beraten und haben ein gutes Angebot bekommen.

Nach dem Kauf kommt der Betrieb und der Unterhalt, hier geht es direkt zum Artikel über die Unterhaltskosten 2017.

Fazit:

Unsere Wunschliste war ein Segen. Wir wussten genau, was wir suchten. Und wir haben gefunden, was wir gesucht haben. Nach mehr als 400 gesegelten Meilen sind wir begeistert. In der Realität passen die Wünsche und Vorstellungen ideal damit zusammen, was wir bekommen haben. Mehr Boot war für rund 7.200 Euro nicht zu erwarten. Mehr noch: Wir sind absolut glücklich und überzeugt von unserer „alten Dame“, trotz des Alters und der kleinen und großen Macken.

Obwohl wir von unserem Vorgehen überzeugt waren, haben wir im Rückblick leichtsinnig gekauft. Wir hatten lange nicht genug Kenntnis und keinen Fachmann mit. Wir kauften trotz aller Ratschläge „ungesegelt und trocken“. Den defekten Anlasser hätten wir so z.B. so schon vor dem Kauf gemerkt.

Trotz allem sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen! Vieles würden wir heute anders machen. Wir haben viel dazu gelernt ;-)

Habt Ihr Ähnliches erlebt? Was denkt Ihr dazu? Darf man gemachte Fehler so offen zugeben? Schreibt uns!

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Wie muss ich mir eigentlich so einen Tag auf dem Boot vorstellen?

Szenen und Ausschnitte

Manche Menschen finden segeln vielleicht langweilig, das mag sein. Warum das für mich nicht so ist, hatte ich ja bereits erzählt. Manchmal ist es weniger das Segeln selbst, sondern die Gespräche oder Situationen.

Es ist das Miteinander, was an manchen Tagen spannender ist als an anderen. Das hängt zum einen von mir selbst, aber auch vom anderen ab. Manchmal ist man nicht gesprächig, man segelt also schweigend. Schaut aufs Wasser, hängt seinen Gedanken nach, döst in der Plicht während der andere steuert.

Gespräche an Bord…

Aber wenn dann mal gesprochen wird, kommen teils lustige Situationen dabei raus. Doch seht selbst!

Übrigens: auch wenn ich die Worte beisteuere, die Idee für den Inhalt des Videobeitrags, die Auswahl der Filmsequenzen, der Schnitt, das Zusammenfügen – das alles hat Marion gemacht. Nicht dass mir da etwas unterstellt wird ….

Viel Spaß damit!

PS.: Schreibt uns, was Euch interessiert. Stellt uns Fragen! Wovon wollt Ihr mehr sehen oder lesen? Hinterlasst uns sehr gerne einen Kommentar. Wir freuen uns darauf!

 

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Ein Kurzurlaub.

In Hamburg tagte G20 – das haben wir zum Anlass genommen, die Stadt zu verlassen. Mittwoch Abend ab zum Boot. Wohin? Mal sehen…Hauptsache weg! In den Kurzurlaub.

Die unfassbaren Sachen, die wir über Hamburg gelesen, gesehen und gehört haben, haben uns das ganze Wochenende begleitet. Leider. Daher ist unser Bildmaterial nicht grenzenlos umfangreich. Und ehrlich gesagt, mir fällt das schreiben auch heute noch nicht so leicht. Das merkt man bestimmt. Wie soll ich locker über Sonne, Wellen und Wind schreiben, wenn wir das ganze nicht genießen konnten?

Yachthafen Grömitz

Der Plan war nach Fehmarn, der Wind hat entschieden, das wird nix. Also ab nach Grömitz, soll ja auch schön sein. Hanno schwärmt ja immer von der Disco. Hanno, 78: unser Stegnachbar. Ein alter Segler, der  den ganzen Sommer auf seinem Boot verbringt und immer was zu erzählen hat. Angekommen gegen Nachmittag war der Hafen schon voll. Wir hatten schon nur noch einen Platz an der Mole. Je später der Abend wurde, um so mehr fuhren ein –  am Ende lagen fast alle im Päckchen.

Motorboot mit Lichterketten

Ach ja, ich muss es doch erwähnen ;) kennt ihr das: wenn ihr südlich von Hamburg auf den Landstrassen fahrt (so Richtung Celle zBsp), da stehen doch immer diese Busse herum, mit rotem Licht und so. Kennt ihr die? So könnte das als Motorboot – Variante aussehen…

Es regnete und es war kein Segelwetter.

Dann war Samstag

Das Wetter sollte besser werden. Endlich weiter, ab nach Boltenhagen.

Ordentlich Wind war angesagt, also tauschten wir die Genau gegen eine Fock und refften das Groß. 25 sm lagen vor uns. Immer wieder begleitete uns das Thema Hamburg, die Krawalle, und trübte den Urlaub.

Gegen nachmittag ließ der Wind nach. Kurz vor Boltenhagen wollten wir Ankern. Wie ihr wisst, wir haben keinen richtigen Tiefenmesser. Also müssen wir uns auf unseren Plotter verlassen – was mich immer ein wenig stresst. Nun gut, ein Platz gefunden, Anker runter und… 0,3 kn Fahrt, 0,4, 0,6…bei 1 kn Fahrt bat ich dann doch, den Anker wieder hochzuholen und es für heute bleiben zu lassen. Vor Anker sollte man keinen Knoten Fahrt machen… Also weiter nach Boltenhagen. Auch dieser Hafen war ziemlich voll. Ob das doch am G20 lag? Viele Hamburger wollten ja die Stadt verlassen.

Wir fanden ein Plätzchen, meldeten uns an, kochten und ab in die Falle. Der Tag war anstrengend und am nächsten Tag wollten wir früh los, es sollte nur schwachen Wind geben. War auch so – Christoph konnte baden gehen, ohne dass wir vor Anker lagen. Nix, nada, null, niente. Was sich gegen späten nachmittag kurz vor Travemünde allerdings wieder änderte. Der Wind frischte auf und es war feinstes segeln.

Ein Wochenende voller Gedanken lag hinter uns, schöne Tage mit unschönen Meldungen. Ich hoffe, ihr habt das alles gut überstanden…

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Hafenmanöver

Hafenmanöver – so ziemlich jeder Skipper bekommt Respekt, wenn er das hört. Und meist ist es ein Garant für feinstes Hafenkino. Vor allem bei Pärchen. (Leider) das Standard Drehbuch:
Er am Ruder, bei der Anfahrt noch total gelassen. Bei der Annäherung an die Box wird er zusehends angespannter. Sie bereitet schon mal die Fender vor, sich jederzeit rückversichernd, dass alles passt. Er steuert, sie hüpft mit einem Fender über das Vorschiff, um Zusammenstöße mit Dalben, anderen Booten oder ähnlichen Hindernissen zu vermeiden. Er wird hektisch und lauter ‚pass auf, Steuerbord, STEUERBOOOOORD!‘, sie schaut hilflos Richtung Steg, Stoßgebete schickend „lass jemand da sein, lass jemand da sein“… Segler kennen das Szenario. 


Es nützt ja nix – ein Boot muss halt auch mal in den Hafen. Also heißt es üben, üben, üben.
Und jetzt war es für mich soweit, ich will Sleipi ja auch rein – und rausbekommen. Schliesslich bin ich Seglerin, nicht Fendermaus. Bei Christoph fluppt das schon wie nix, mein Ehrgeiz ist geweckt…


Viel Spaß beim Hafenkino!

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Oder: kann es wahr sein?

…man glaubt es kaum: wir SEGELN!

Wie lange hat es jetzt gedauert? Ich weiß es nicht mehr. Aber heute ist es soweit: Sleipnir segelt, gleitet durch Wind und Welle!

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Ein Segelboot?

Tja, wir wollten unser Segelboot eigentlich überführen. Oder zumindest einrichten, einsegeln und die Überführung vorbereiten. Doch dann kam alles anders. Die Situation habe ich hier erklärt. Als ich einen Tag nach Christoph in Barth ankam, entschieden wir uns für eine Krisensitzung. Es gab so einige Punkte, die uns jetzt und in diesem Moment an unsere Grenze brachten.

Was war passiert?

Die letzten Monate hatten wir damit verbracht, zu recherchieren: was ist Osmose, wie können wir feststellen, ob das Boot Osmose hat oder nur schlechtes Antifouling. Was muss dann getan werden? Können wir das selbst? Was kostet das? Haben wir eine weiche Stelle an Deck – und haben wir jetzt noch ein Problem? Können wir das reparieren? Wie funktioniert eigentlich dieser alte Tiefenmesser (Modell Seafarer, analog)? Funktioniert der überhaupt? Können wir diesen austauschen? Fragen, Fragen, Fragen.

Ich bekomme heute nicht mehr alles zusammen. Stunden am Telefon, im Netz, bei Händlern, schlaflose Nächte. Bei so vielen Fragen schon im Vorfeld – kommt natürlich die berechtigte Frage:

Warum habt ihr eigentlich dieses Segelboot gekauft?

Wie oft haben wir uns selbst in den letzten Wochen und Monaten diese Frage gestellt. Warum, das erklärt euch Christoph hier. Kurz gesagt: wir haben uns schlichtweg überschätzt. Aber soweit hatten wir einen Punkt nach dem anderen vor diesem Wochenende irgendwie für uns klären können. Dann aber vor Ort noch mehr Punkte: eine große Stelle an der Außenhaut, die wohl mal geflickt wurde, die Farbe blättert ab. Die Ventile der Gasanlage lassen sich nicht bewegen, die Anlage ist vorerst nicht in Stand zu setzen….und zu guter letzt dann das: der Motor springt nicht mehr an.

Wir diskutierten und besprachen bei Kaffee, Kuchen und Schokolade (Nervennahrung…) alle Möglichkeiten, die wir jetzt hatten. Verkaufen, Rechtsanwalt und an der Verkäufer, Außenborder und nach Hamburg,.. und was noch so alles. Am Ende war uns eines klar: ohne funktionierenden Motor werden wir das Segelboot weder verkaufen noch segeln können. Also wieder nach vorne schauen.

Welches Fazit konnten wir aus diesem Wochenende ziehen?

Die wichtigste Erkenntnis der letzten Wochen und an diesem Wochenende war: es gibt immer noch viele Menschen, die gerne helfen! Auch wenn du blöde Fehler gemacht hast oder merkwürdige Fragen stellst. Im Vorfeld bekamen wir sehr viele Informationen von Händlern, Herstellern und Fachbetrieben. Vor Ort hatten viel Unterstützung: den Barther Yachtservice, ein Bootsmotoren – Fachmann aus Poel, der Chef vom Bootsmotorenladen,… Vielen Dank auch heute noch an alle, die uns geholfen haben!!!

Die nächste Erkenntnis war: bei alten Segelbooten ist immer was zu tun oder kaputt. Aber es ist wie bei alten Autos: man kann so vieles selbst machen! So gesehen: ein perfektes Segelboot zum lernen. Und für unsere Weltumsegelung müssen wir viel lernen – denn nicht überall wird eine Werkstatt oder ein Fachmann sein. Besser ist es, wenn man so viel wie möglich selbst machen kann. Und wie ihr merkt, es gibt einen Blog – das heißt, wir haben das Boot nicht verkauft. Wie es mit Sleipnir und uns weitergeht: abonniere die Flaschenpost und du wirst immer über die neuesten Ereignisse informiert werden!

DER MOTOR LÄUFT!

Ja, er läuft! Der Anlasser wurde fachgerecht und günstig repariert bei dieser Firma in Barth. Ein Chef der sein Handwerk versteht! „Der ist noch zu gut zum wegwerfen, den machen wir wieder heil!“ Gut, daß es noch Fachleute gibt, die sich mit der alten Technik auskennen. Und schön, daß es mal Technik gab, die man reparieren konnte.

Wir sind mal gleich eine Runde motort – ein schönes Geräusch. Schau hier: LÄUFT!

Aber wie sollte es auch anders sein: zum segeln ist es zu windig. Okay – also üben wir uns weiterhin in Geduld. Noch ein wenig im Boot rumpuzzeln und dann noch was nettes machen.

Wir fahren nach Stralsund, ein wenig Sightseeing und lecker was essen gehen. Ein schöner Ausflug – die Sonne scheint und wir fahren durch eine schöne Landschaft.

Marion & Christoph fahren mit offenem Cabrio

Straße mit Bäumen und Rapsfeldern

Stralsund ist eine alte Hansestadt, was man an vielen Stellen auch sieht. Wo sonst sind Bojen als Begrenzung aufgestellt. Auch die Gorch Fock liegt dort, wie schön doch so ein Segelschiff aussieht. Irgendwann möchte ich auch auf einem Traditionssegler mitfahren!

Gorch Fock 2 in Stralsund

Betonnung in Stralsund am Hafen auf der Straße

Wir bummeln, genießen das Wetter. Lecker Pizza und ab „nach Hause“.

Es war ein schöner Tag!

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Wasserung!

Es ist soweit, Sleipnir kommt endlich ins Wasser.

Tausche „endlich“ mit „endgültig“, denn schließlich war das Boot ja schon im Wasser, musste jedoch wieder herausgenommen werden. Das Unterwasserschiff musste noch einmal nachgearbeitet werden. Aber: da der Anlasser ja eh kaputt war, war es eh egal.

Schon ein Erlebnis, so eine Wasserung!

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Der Motor: Läuft! Läuft! und Läuft!

Was für ein schönes Geräusch!

…endlich läuft er, unser Motor. Klingt wie ein Trecker. Aber läuft! Endlich können wir los, unsere erste Fahrt mit dem eigenen Boot!

Wir hoffen, er hält jetzt noch lange durch und ist uns treu…

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nicht überführt.

Was für ein Wochenende…

Das Boot lag bereit, überführt vom Winterlager zum Barther Yachtservice. Voll motiviert und bereit, das Boot zur Überfahrt einzurichten waren wir. Christoph ist Donnerstag schon mal vorgefahren, ich musste noch arbeiten. Dann sein Anruf: der Motor springt nicht mehr an. Bitte was? Aber der lief doch schon? Durchatmen, ruhig bleiben. Glücklicherweise war zufällig ein Motor-Fachmann vor Ort. Christoph sprach mit ihm, er schaute sich das an: der Anlasser. Okay, das kann man machen. Allerdinges: der Motor ist so alt wie das Boot…

Krisensitzung

Als ich in Barth angekommen war, machten wir eine Krisensitzung: Boot abstoßen? Weitermachen? Das Unterwasserschiff hatte uns schon sehr belastet: die Placken, welche hier im Video zu sehen waren, kamen durch einen unfachmännischen Antifouling – Aufbau. Zuerst hatten wir natürlich auch Osmose im Verdacht… Grauenvolle Vorstellung. Aber Herr Brandt vom Barther Yachtservice, wo wir das Boot machen lassen wollten, konnte uns dahingehend beruhigen. Anfangs war es auch noch nicht so schlimm mit dem Zustand des UWS. Abschleifen per Hand und neu auftragen. Beim Abtragen stellte man jedoch schnell fest, dass mehr gemacht werden muss. Strahlen und Komplettaufbau. Teurer Spaß, aber wir wollten einfach die nächsten Jahre keine Probleme mehr damit haben.

Warum habt ihr das nicht selbst gemacht? 

Selbermachen war aufgrund der Entfernung leider keine Option. Wir haben es durchgespielt, wieder und wieder. Aber durch die weite Anfahrt hätte es Wochen gedauert: auftragen, trocknen, auftragen, trocknen… im Nachgang war die Entscheidung richtig, wenn schon die Werft das Abschleifen einstellt und zum Strahlen übergeht.

Entscheidung

Ohne laufenden Motor können wir nichts machen – weder verkaufen noch behalten. Also Motor reparieren. Mir war eingefallen, dass ich in Barth auf dem Weg eine Bootsmotorenwerkstatt gesehen hatte. „Lass uns mal hingehen, vielleicht wissen die weiter“ Zum Glück war der Chef da, ein Meister vom alten Schlag. Er sagte gleich, dass es bei einem solch alten Motor schwierig mit neuen Ersatzteilen ist, es gäbe aber oft runderneuerte Teile. Ebenso kann man den Anlasser vielleicht auch reparieren. „Bringt ihn mir bis 18.00 Uhr vorbei, ich teste ihn“. Christoph schluckte kurz – selbst ausbauen? Der Meister so: „das schaffste schon“ Um 19.00 Uhr in der Werkstatt war klar, der Anlasser ist kaputt. Der Meister hatte den Anlasser und wir ein Wochenende ohne segeln.

Und jetzt?

Was man halt so macht, wenn man nicht segeln kann… Wanten nachspannen, Putzen, aus – und einräumen… Sonntags beschlossen wir, zurück nach Hamburg zu fahren und die restlichen zwei Urlaubstage dort zu verbringen.

Und auf Infos über den Anlasser zu warten…

Unser Fazit: es ist halt ein altes Boot!

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…wenn man nicht segeln kann

Basteln, putzen, Zeit vertreiben…

Wieder kein segeln, die Überfahrt zieht sich noch hin. Leider ist ja der Anlasser kaputt und in der Werkstatt. Also steht ein Hafentag an. So ein Boot bietet ja immer viele Möglichkeiten. Und da es ja für uns neu ist, was gibt es besseres, als das Boot kennenzulernen? Einfach nur herum sitzen ist nicht unser Ding und Barth ist jetzt nicht so groß. Wieder nach Hamburg? Nöööö.

Es nützt ja nix, die Zeit will sinnvoll genutzt werden. Und mal ehrlich, eine ordentliche Wantenspannung und ein sauberes Boot – das ist doch wirklich was feines! Daher: Los gehts!

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Ich will eine Segelyacht mit dir – oder wie ein Satz ein ganzes Leben verändert…

30.12.2016 – wir unterschreiben in unserer Küche den Vertrag für unsere erste eigene Segelyacht. Das Ende einer langen Suche…die mit den einfachen Satz „ich will ein Boot mit dir“ begann.

Warum eine Segelyacht kaufen?

Nachdem wir uns kennengelernt hatten, haben Christoph und ich viele Seemeilen zusammen auf Yachten verbracht. Immer als Gast, immer gechartert. Ewiges Taschenpacken – eine Materialschlacht. Nach unserem ersten Kurzurlaub zu zweit auf einer kleinen Vereinsyacht, war mir klar: ich will mehr davon. Und irgendwann kam die Frage, ob wir uns nicht ein Segelboot kaufen möchten. Damit kam die Lawine ins Rollen. Zuerst nur ein Traum, wuchs der Wunsch bei beiden. Für mich war es der Wunsch nach einem Zuhause. Ich will mich einrichten, abschalten, mich wohl fühlen. Ich will meine Klamotten auf dem Boot, einen Kulturbeutel, Essen, etc. Jederzeit wann ich will aufs Boot und los können. Und irgendwann um die Welt.

Warum eine Weltumsegelung?

Ich habe schon lange das Ziel, eines Tages mit einer Segelyacht die Welt zu sehen. Ich liebe das Wasser, das Meer. Das hat eine gewisse Grenzenlosigkeit, die ich an Land nicht verspüre. Es ist eine umweltfreundliche Art, sich schnell fortzubewegen und Distanzen zu überwinden. Für Christoph war das ein Traum, der sehr weit weg lag. Ich habe ihn ein wenig näher geholt.

Wir sind realistisch genug, Fähigkeiten, Kenntnisse und Möglichkeiten (zBsp finanzieller Art) einzuschätzen. Und diese besagen: ihr müsst noch ganz viel lernen und sparen. Also entschieden wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu starten und ein Segelboot in entsprechender Größe zu kaufen um zu lernen.

Mehr und mehr Stunden verbrachten wir mit Ebay und anderen Portalen. Wir schauten uns verschiedene Segelboote an – bis wir auf Sleipnir trafen. Wir hatten uns beide direkt „verliebt“. Ein fragender Blick von mir, ein Nicken von ihm – die Entscheidung war gefallen. Dass das so nicht der richtige Weg war, erzählt Christoph hier.

Im Februar 2017 war es dann soweit, wir wollten zum Segelboot fahren und anschauen, was wir jetzt tatsächlich haben. An diesem Tag entstanden auch die ersten Bilder und Sequenzen für unseren Blog.

Warum ein Blog?

Schon lange verfolgen wir Blogs, die mit Segeln und Langfahrt zu tun haben. Mehrheitlich findet man dort schöne Bilder und fröhliche Menschen. Wir haben Vorträge angehört, Filme geschaut. Uns ist am meisten aufgefallen, am Ende bleibt immer die Frage: Wie sind die dahin gekommen? Nur wenige erzählen davon, was sie alles gelernt und erfahren hatten, bis sie soweit waren und in die konkrete Planung gegangen sind.

Wir dachten uns – wir nehmen euch mit auf die ganze Reise!

Nun ja – mit dem Blog ist das ähnlich wie mit dem Segelboot – du musst sehr viele Erfahrungen sammeln.

Hier findest du unseren ersten Videopost, alles noch sehr unbedarft und unbeholfen. Mein erster Versuch mit iMovie – wie man unschwer erkennt.