Segler auf Segelboot in Halle im Winterlager (2)

Motorschaden – der „neue“ Motor

Wie im vorherigen Beitrag zu lesen war, hatten wir einen kapitalen Motorschaden mit Feuer im Boot.

Da wir schon seit wir das Boot haben nicht glücklich mit dem Motor waren, hatte Christoph bereits auf der letzten Hanse Boot (sorry – Hamburg Boat Show heißt die ja jetzt) sich nach Alternativen umgeschaut. Am liebsten hätten wir einen E-Motor. Das lässt sich finanziell aber nicht realisieren – schließlich sparen wir auf die Langfahrt. Also kommt für uns generell nur ein gebrauchter als Austauschmotor in Frage.

Jetzt mussten wir uns entscheiden:

1. Gebrauchter Motor – viel Arbeit und man steckt nicht drin

2. Außenborder – suboptimal, da dieser konstruktionsbedingt zBsp bei Welle immer wieder rauskommt

3. Boot verkaufen – absolutes Verlustgeschäft

4. Boot über den Sommer stehen lassen und überlegen – bringt uns auch nicht weiter

Der Austauschmotor

Wir entscheiden uns für Option 1, es wird ein gebrauchter Yanmar 1GM10. Dieser ist ausreichend für unser Boot, passt von der Größe gut rein und Ersatzteile sind kein Problem.

Christoph beschließt, den Motor selbst einzubauen. Das Abenteuer beginnt im neuen Jahr.

Der Einbau

Den alten Motor hatte er schon im letzten Jahr vom Boot genommen, da dieser sowieso raus musste – egal wie wir uns entscheiden. Also konnten die Vorbereitungen beginnen. Es mussten neue Fundamente gebaut werden. Und Christoph als ursprünglich mal gelernter Tischler war da auch voll in seinem Element. Jedes Wochenende wurde im Boot verbracht, Bohlen wurden zugesägt, gehobelt und laminiert. Der Motorraum wurde soweit vorbereitet, gereinigt und gestrichen. Und dann war es soweit, „Keule“ wurde ins Boot gehoben.

Mittlerweile kam unser geplanter Wasserungstermin immer näher und die Liste wurde irgendwie nicht kürzer. Wir entschieden uns im April, das Anschließen an eine Firma abzugeben – April ist Hochsaison. Wir hatten jedoch Glück und fanden eine Firma, die uns gleich einen Monteur schicken konnte.

Es wurde immer enger mit dem Termin, bis zum Schluß hofften wir, es noch zu Ostern zu schaffen. Aber wir konnten unseren Termin nicht halten und mussten verschieben. Was bedeutete, wir mussten auch das Boot verschieben, wir standen ja schon auf der Slipbahn. Also Unterstützung organisiert und das Boot verschoben. So hatten wir sämtlichen Druck rausgenommen und konnten in Ruhe alles fertig machen. Und wieder mal wurde das Boot gründlich gereinigt – der Feuerlöscherstaub war immer noch überall.

Ins Wasser

Dann war es tatsächlich doch so weit: wir konnten ins Wasser. Endlich den Lohn der monatelangen Arbeit einkassieren…

Es ist der 1. Mai: wir fahren die Elbe entlang, vorbei am Entenwerder 1, die Elbbrücken, das Grinsen wird breiter, die Anspannung löst sich…bis ein lauter schriller Ton uns plötzlich zurückholt – Alarm!

Wir hatten gleichzeitig mit einem anderen Boot gewassert und fuhren mit denen zusammen, falls etwas wäre. Dass tatsächlich etwas nicht in Ordnung ist – damit hat keiner gerechnet.

Wir hatten einen „Kühlwasseralarm“, dh heißt der Motor überhitzt. Also Maschine aus und Fragezeichen. Nach einer kurzen Wartezeit starten wir wieder und fahren weiter, zum Glück haben wir es nicht weit zum Citysporthafen in Hamburg. Dort angekommen ist die Enttäuschung genauso groß wie die Unsicherheit.

Nach Travemünde?

Die Fehlersuche startet. Und gleichzeitig die Suche nach Plan B – da wir am Wochenende überführen wollten. Christoph hatte sich freigenommen, damit wir genug Zeit haben. JaNeinJaNeinJaNein…lange Überlegungen. Donnerstag Abend hatten wir uns gegen eine Überführung entschieden. Freitag morgen dann die endgültige Entscheidung: wir fahren, aber langsam. Das könnte zwar heißen, das Boot liegt eine Woche in Lübeck, weil wir es nicht schaffen – aber ob es jetzt in Hamburg oder Lübeck liegt, ist auch egal. Also machen wir uns auf den Weg. Nach ein paar Versuchen hat sich unsere Reisgeschwindigkeit auf ca 3,8 Knoten eingependelt, nicht gerade schnell. Aber im letzten Herbst mit dem Außenborder waren wir auch nicht viel schneller, also nichts neues. Es ist jedoch ziemlich frustrierend, wenn man von Kajaks überholt wird…

Wir kommen noch am Sonntag in Travemünde an und sind glücklich, zumindest schon mal hier zu sein. Am folgenden Wochenende stellen wir den Mast und machen alles soweit fertig. Unsere Genua ist noch beim Segelmacher, wir brauchen dringend eine neue. Daher können wir sowieso noch nicht segeln.

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Und jetzt?

Christoph telefoniert und recherchiert die ganze Zeit wegen des Motors und es könnte am Propeller liegen. Noch ist das aber nicht geklärt.

Ich hoffe, wir können euch und uns da bald eine positive Rückmeldung geben. Auf Facebook oder Instagram bekommst du die Informationen zeitnah!

Ansonsten wünschen wir Dir und uns eine tolle Saison und natürlich immer HANDBREIT!

 

4 Kommentare
  1. Kurt sagte:

    Na klar bekommst Du das hin! Dem Motor wird schlicht nichts anderes übrig bleiben, als die Zicken sein zu lassen.
    Schildere doch bitte später, wie Du das mit dem Spülen der Einkreiskühlung hinbekommen hast. Die (milde) Säure braucht ja doch einige Einwirkzeit und das hinzubekommen ist bestimmt nicht leicht. Mir fallen da zwar einige Möglichkeiten ein, aber so eine richtig elegant locker-flockige Methode ist nicht darunter.
    Gruß
    Kurt

    Antworten
    • Christoph sagte:

      Hallo Kurt,

      sorry, meine Antwort hat etwas gedauert. Nun habe ich den Fehler gefunden, der Thermostat war fest gerostet. Blöder Fehler.

      Spülung des Motors ist leider nicht in drei Sätzen erklärt, das mache ich in einem der nächsten Beiträge. Danke für den Hinweis!

      Handbreit!
      Christoph

      Antworten
  2. Kurt sagte:

    Moin,
    Die Überhitzung des Motors ist sehr ärgerlich, Das kann ich Euch nachvollziehen. Wenn ein Motor überhitzt, dann deswegen, weil er seine Hitze nicht loswerden kann. Das hat mit dem Propeller eigentlich nichts zu tun. Es kann schon sein, dass der Propeller nicht zur Maschine oder dem Boot passt. Überhitzen darf ein wassergekühlter Motor deswegen dennoch nicht.
    Überprüfe doch mal die gesamte Kühleinrichtung. Zuvörderst den Wärmetauscher, falls es eine Zweikreiskühlung ist. Aber nicht zu ruppig, denn der Wärmetauscher kostet richtig viel Geld. (4stelliger Betrag). Den Wärmetauscher zu reinigen kostet 2 O-Ringdichtungen, Entkalker aus dem Haushalt und einen halben Tag Arbeit. Ist nicht schwierig.
    Falls das Motörchen eine Einkreisk0hlung besitzt gilt im Prinzip das gleiche, wird nur komplizierter.
    Ich bin sicher, dass Du das behoben bekommst.
    Gruss
    Kurt

    Antworten
    • Christoph sagte:

      Hallo Kurt,

      danke für Deine hilfreichen Hinweise. Ja, die Kühlkanäle zu reinigen habe ich auch vor. Unser Einzylinder ist hat eine Einkreiskühlung. Der Motor fuhr vorher auf der Elbe. Die wird, je weiter man Richtung Nordsee kommt, immer salziger. Ausserdem sind manche Hafenbereiche sehr verschlickt. Ich könnte mir deswegen vorstellen, dass die Kühlkanäle einfach „zu“ sind. Also werde also mit Essigsäure spülen und dann mal sehen. Ausserdem möchte ich das Thermostatventil prüfen. Ich hoffe das bringt mich weiter.

      Viele Grüße,
      Christoph

      Antworten

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