Windstille bei Überführung der Sleipnir

Die Überführung startet – jetzt!

Am Vatertag war es soweit, endlich sollte die Überführung starten.

Überführung Stefan am Mast

Von Barth nach Travemünde, 6 Tage hatten wir uns Zeit genommen. Da die ersten 2 Etappen schwierig waren, hatten wir uns Unterstützung organisiert. Stefan, ein Vereinsfreund aus der OSG wollte die ersten beiden Tage mit.
Donnerstag ging es mit dem Zug nach Barth. Allein die Anreise ist schon interessant – wer bitte kennt Velgast? Ein Ort im Niemandsland…aber anscheinend der Drehpunkt der Region.

Anspannung und ihre Folgen

Natürlich waren Christoph und ich ziemlich angespannt – ist jetzt endlich alles in Ordnung oder müssen wir wieder abbrechen? Angekommen war aber alles ok. Motor gestartet, Leinen los und ab durch den Bodden. Schmale Fahrwasser liegen vor uns. Der Wind steht gut, die Genua raus, Motor aus und bei schönstem Segelwetter geht es Richtung Barhöft. Vorbei an Wildschweinen, Vögeln und wunderschönen Ufern. Die Anspannung legt sich und es stellt sich heraus: die Einkäufe liegen noch zuhause. Kurzer Check: Nudeln und Tomatensoße sind an Bord. Das sollte uns noch eine Weile begleiten…

Barhöft nach Warnemünde – ein langer Tag

Barhöft ist erreicht, wir gehen essen und in die Koje. Der nächste Tag wird lang, mehr als 60sm liegen vor uns. Um den Bodden herum bis nach Warnemünde gibt es keinen Hafen.
Wir sind immer noch nervös- aber Stefan ist zum Glück die Ruhe selbst und freut sich über nostalgische Gefühle in unserem Boot. ‚Wie früher‘
Kurz nach 8 geht es los, nach einem einfachen Frühstück mit Bäcker- und Krümelkaffee. Unsere Gasanlage funktioniert nicht und die Gaskartusche für den Campingkocher hatte gestern den Geist aufgegeben.

Wind gegen an. Nicht die beste Voraussetzung. Also kreuzen, Motoren, kreuzen. Stunden vergehen. Kekse, Schokolade, Chips… Kochen war ja nicht. Wir hatten einen Spiritus-Campingkocher dabei und wir beschlossen, Nudeln mit Tomatensoße zu kochen wenn wir da sind. Es gab ja auch nichts anderes an Bord. Kurz vor 20.00 die ersten Kreuzfahrer am Horizont ‚die fahren alle nach Warnemünde, da ist richtig was los!‘ Stefan war da schon – und wir waren beeindruckt. Wegen der Kreuzfahrer, nicht wegen Stefan.

Warnemünde – ein Paralleluniversum

Überführung Kreuzfahrer vor Travemünde

Die Stadtmarina war natürlich belegt. Und weil es jetzt schon spät war, beschlossen wir in die ‚Hohe Düne‘ einzulaufen. 5* Marina Resort mit Hotel.
Da der Hafenmeister nicht mehr da war, mussten wir uns im Hotel anmelden. Datum? Welches Datum ist heute? ‚Segler wissen nie das Datum‘ meinte die Rezeptionistin lachend.

Auf dem Weg zurück zum Boot, es schwankte, kam uns alles unwirklich vor. Nach mehr als 10 Stunden auf dem Wasser war das ein Paralleluniversum. Eine Anlage vom Reißbrett, wahnsinnig groß und lange Wege. Plötzlich sahen wir es gleichzeitig: Pizza. Wir kochen nicht mehr.

Warnemünde Hohe Düne

Die Kellner waren betont lustig, am Nebentisch ein Berliner, der typisch laut und typisch salopp einen Salonreißer nach dem anderen erzählt. Flanierende Frauen im Bademantel und eine Gruppe betrunkener Männer, die nicht mehr wissen wer und wo sie sind. Und Schiffe groß wie Häuser fahren an einem vorbei. Ab in die Koje. Stefan musste am nächsten Tag leider los.

Danke dass du dabei warst und Nudeln mit Tomatensoße machen wir das nächste Mal!!!

Warnemünde nach Kühlungsborn – Segelurlaub statt Überführung?

Überführung Christoph im Strandkorb

Weiter alleine. Der erste Schlag war nicht so lange: Kühlungsborn. Wir kannten die Marina im Winter, leergefegt. Und heute? Chillige Clubsounds mit DJ, Cocktails im Sonnenuntergang. Ziemlich entspannt im Vergleich zu Hohe Düne.

Da Gewitter angesagt war und wir auch ziemlich durch waren, beschlossen wir einen Hafentag einzulegen. Strandkorb, Sand, einkaufen. Das tat gut und wir waren für den weiteren Weg bereit.

 

Kühlungsborn nach Travemünde – ein letzter langer Schlag

Einen Tag später dann Leinen los. Gegen Mittag die Überlegung, bis wohin wir wollen. Rerik? Poel? Boltenhagen? Der Blick auf den Windfinder half uns bei der letztendlichen Entscheidung: ab morgen Starkwind und Regen. Also ab nach Hause, weiter nach Travemünde. Wir hatten entweder kein Wind oder Wind gegen an. Ein Kreuz mit der Kreuz, Sleipi ging kaum an den Wind. Motor, Segel, Motor, Segel. Nach 46 sm kamen wir abends in Travemünde an. Kaputt, hungrig und glücklich. Sehr glücklich.  Und der nächste morgen zeigte uns, es war die richtige Entscheidung!

Windstille bei Überführung der Sleipnir Regen im Hafen von Travemünde

Das wird der Anfang eines schönen Sommers!

Ein paar Impressionen unsres Törns

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