Alster mit Eis

Es gibt vier Jahreszeiten.

Drei davon sind für mich prima, die vierte allerdings bringt mich jedes Jahr fast an die Grenze: der Winter. Ich konnte dieser Jahreszeit noch nie viel abgewinnen: kalt und dunkel. Seit ich segle, ist diese Jahreszeit noch schlimmer geworden. Ende Oktober ist normalerweise die Saison vorbei, die Boote sind an Land und die düstere Jahreszeit beginnt. Und langsam kommen die ersten Entzugserscheinungen…der Segel-Winterblues!

Zeit etwas dagegen zu tun! Aber was sind unsere Gegenmittel? Klar, wir schauen uns unsere Erinnerungen an, unzählige Videos und Photos! Und wir verfolgen andere Blogs, zum Beispiel Nike Steiger und ihr Vlog Untie The Lines. Wir besuchen Vorträge Hamburger Segelvereine, der Blankeneser Segel-Club e.V. und der NRV haben jeden Winter interessante Programme. Unter anderem konnten wir dort schon Vorträge von Sönke Roever und Max Lessner sehen. Aber was, wenn das nicht mehr genügt?

Dann müssen wir raus, ans Wasser!

Heute stelle ich euch meine Lieblingsorte gegen den Segel-Winterblues in und um Hamburg vor.

Alster

Alster im WInter mit Eisschicht

Auf der Alster habe ich Segeln gelernt, daher ist für mich die Alster eng mit Segeln verbunden. Ein Spaziergang an der Außenalster ist immer wieder schön. Und dann ein Stopp an der Alsterperle – einer der schönsten Spots im Winter! Ein ehemaliges Toilettenhäuschen wurde zu einem Café umgebaut, es gibt warme Getränke und Erbsensuppe. Man trifft sich, vor allem bei Sonne!

Adresse: Eduard-Rhein-Ufer 1

Und wenn man sich doch aufwärmen muss, empfiehlt sich das Literaturhauscafé. Nur wenige Schritte entfernt auf der anderen Seite der Strasse.

Hier gibt es Kuchen in einem wunderschönen klassischen Ambiente. Man beachte die Kronleuchter!

Ausblick MfG Binnenalster

Ein schönes Café mit Blick auf die Binnenalster ist das „Mit freundlichen Grüßen“ – Lampen in Backbord und Steuerbordfarben mit feinstem Alsterwinterblick (für ‚Nicht-Hamburger‘: Alstersommerblick ist, wenn der Blick auf die Alster nicht durch Bäume verdeckt wird. Das erhöht die Immobilienpreise!) Hier, über dem Jungfernstieg, lässt sich der Trubel von der Innenstadt leicht vergessen.

Lampen im MfG

Elbe

Strandperle Hochwasser

Wenn ich gegen starke Segel – Entzugserscheinungen vorgehen muss, dann ist bei mir natürlich die Elbe an erster Stelle. Und wer an die Elbe denkt, denkt natürlich direkt an die Strandperle. Im Winter ist diese Strandbar absolut empfehlenswert, denn nur im Winter gibt es dort leckere frische Waffeln! Dick in Fleecedecken eingewickelt, lässt sich der Winter gut ertragen. Ob Familien, Spaziergänger mit Hund oder einfach nur Wasserverrückte, hier ist der Blick auf die Elbe einfach nur schön. Und bis zum Nachmittag hat man hier auch viel Ruhe.

Mein alternativer Lieblingsort ist das Entenwerder 1. Leider kein Geheimtipp mehr, aber immer ein Besuch wert. Vor allem unter der Woche ist das ein schöner, ruhiger Ort. Draußen in Decken gewickelt oder innen im Container mit wunderbar bunten Wänden. Den Ponton ziert ein goldener Pavillion, ein ehemaliger Teil einer Ausstellung. Die Karte ist klein, es wird immer frisch gekocht. Und es gibt Gemüse/ Kräuter vom Biohof – schon lange hatte ich keine so leckere frische Minze mehr! Der Kaffee kommt von den Public Coffee Roasters, die direkt nebenan rösten.

Auch sehr schön und mit ordentlich Hafen-Flair in der City ist das Feuerschiff. Das liebevoll zu Restaurant, Bistro und Bar umgebaute ehemalige Feuerschiff bietet einen schönen Blick auf den City-Sporthafen. Seit einiger Zeit werden auch Kajüten vermietet, eine tolle Alternative zum Hotel! Wer das Gefühl von Seeschiff und Tradition haben möchte, ist hier richtig. Ich stelle mir das Feuerschiff immer als meine perfekte Wohnung vor!

Und sonst, was gibt es noch?

Wenn es richtig kalt ist, lohnt sich ein Besuch im Tropenaquarium bei Hagenbecks, dort herrschen sommerliche Temperaturen und überall ist Wasser! Faszinierende Tiere und traumhafte Welten. Ja, ich bin kein Fan von Zoos, aber er existiert und hat zumindest einen Bildungsauftrag. Hier ist allerdings die Uhrzeit fast egal, denn vormittags sind Schüler dort, nachmittags Familien. Aber die Wasserwelt lässt dich schnell abtauchen!

Aquarium Hagenbecks

Blick von der Linie 62 auf den Hafen

Wenn nichts mehr hilft, dann machen wir eine Rundfahrt mit der Linie 62. Diese Linie fährt ein mal im Kreis, an Övelgönne vorbei bis nach Finkenwerder und zurück. Und nur im Winter hat man das Deck für sich – allerdings muss man sich ordentlich warm anziehen!

Ein Video einer Rundfahrt findet ihr in dem Beitrag 2017 – unser erstes Jahr als Eigner. Natürlich im Dezember, die Entzugserscheinungen waren groß! Wir sprangen in Dunkelheit und Kälte an Deck herum um uns warm zu halten bei 1 Grad Celsius. Der Kapitän muss uns für bekloppt gehalten haben…

Als Hamburger hat man es nicht weit zur Ostsee, so kann man auch einfach mal an die Lübecker Bucht fahren. Ein Spaziergang an der Hermannshöhe und dann nach Timmendorfer Strand. Im „Café Wichtig“ unter Heizstrahlern lässt sich gut sitzen und die Gäste beobachten. Und natürlich Travemünde, unser Liegeplatz. Wohin ist eigentlich egal, hauptsache Meer! Das Meeresrauschen, die Spiegelung des Lichts, die frische Luft lässt mich von neuen Segelabenteuern träumen! Und die Entzugserscheinungen sind erst mal ein wenig gestillt…

Ostsee bei Warnemünde im Winter

Hilft es nicht, wenn ihr am Boot seid?‘ Jein. Es ist schön, am und im Boot zu sein, es fühlt sich an wie zuhause. „Hüggelig“ wie die Dänen sagen. Aber: das Boot steht in der Halle, es bewegt sich nicht. Es fehlt das Geräusch und das Gefühl von Wasser. Daher muss manchmal etwas stärkeres her! Das sind jetzt bestimmt nicht alle Möglichkeiten, aber diese sind erprobt und werden je nach Stärke der Entzugserscheinungen angewendet!

Ich freue mich, wenn unsere Tipps dir gefallen – oder vielleicht auch helfen?! Hast du noch einen anderen Vorschlag, eine Idee? Was machst du gegen den Winterblues?

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